Projekte

Öko-Shampoo und alternativer Sonnenschutz Raja Ampat

Um Tourismus in Raja Ampat – dem nachweislich artenreichsten Meeresgebiet weltweit – nachhaltiger zu gestalten, müssten die Liveaboards, auf denen viele Gäste unterwegs sind, mit Tanks ausgestattet werden. Leider sind die Kosten dafür hoch, eine Nachrüstung in vielen Fällen technisch gar nicht so einfach zu bewerkstelligen. Unser Ansatzpunkt sind daher die Gäste selbst: Allein für den Flug nach West Papua haben sie Hunderte Euro oder Dollar bezahlt, so dass es für sie finanziell ein Leichtes ist, ein teureres aber ökologisch unbedenkliches Shampoo an Bord zu nutzen. Wir haben die Vision, gemeinsam mit den Betreibern der Boote sowie der ufernahen Homestays möchten wir ein solches Produkt anzubieten – ebenso wie Hemden und Hosen, um sich beim Schnorcheln statt mit schädlicher Sonnencreme vor der Sonne zu schützen. Hierfür möchten wir vor Ort ein soziales Unternehmen errichten.

Wie wir seit dem Spätsommer 2020 in unserem Projekt vorankommen, schreiben wir hier im Blog.

Erschließung Tourismus-unabhängiger Einkommen in Raja Ampat

Seit März 2020 hat Indonesien aufgrund der Covid-19-Pandemie die Landesgrenzen geschlossen und die Vergabe touristischer Visa gestoppt. Dies hat gravierende Auswirkungen für die Menschen in den indigenen Dörfern des Meeresschutzgebiets Raja Ampat. Einerseits fallen Einnahmen aus dem Tourismus aus, andererseits ist die Finanzierung der Meeresschutzmaßnahmen, mit deren Umsetzung auch die Dorfgemeinschaften beauftragt sind, eingebrochen, da diese ebenso anteilig über den Tourismus finanziert wird. Je länger die Pandemie andauert, umso höher wird der Druck für die Menschen vor Ort, sich um alternative Einkommen zu bemühen. Eine große Gefahr ist dabei, dass mangels Alternativen zum kommerziellen Fischfang, im schlimmsten Fall unter Einsatz von Dynamit, zurückgekehrt wird – wie es vor Unterschutzstellung des Gebietes verbreitet war. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner aus Waisai (Insel Waigeo), dem Forum Intelektual Suku Ma’ya (FISM) – ein von den Dorfgemeinschaften initiierten Verband zur Unterstützung der indigenen Volksgruppe der Ma’ya – werden wir zwischen Oktober 2021 und März 2022 dabei unterstützen, dass sich Einheimische durch Kokosöl-Extraktion, Gemüse- oder Sago-Anbau oder Kunsthandwerk ein Einkommen erwirtschaften können. Hierzu wird FISM in den Dörfern über die Möglichkeiten informieren, bei der Erstanschaffung notwendigen Saatguts oder Utensilien unterstützen und eine individuelle Beratung geben. An zwei Standorten wird es darüber hinaus kleine Demonstrationsprojekte als Anlaufpunkte geben.

Für das Projekt steht FISM ein Budget von knapp 5.000 Euro (rund 86 Millionen Rupiah) zur Verfügung, die zu 25 Prozent aus durch Reef Guardian e. V. eingeworbene Spenden bestehen. Die übrigen 75 Prozent sind Fördermittel aus dem EZ-Kleinprojektefonds des Freistaats Sachsen. Mehr zum Förderprogramm findet sich hier.

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.