Liveaboards als Korallenschützer?!

Die nächste Aufgabe unserer Vorrecherche war eine Abfrage unter den Liveaboards hinsichtlich ihrer Angebote bzw. ihres Bedarfs an biologisch abbaubaren Kosmetika. Wir selbst waren auf einem Liveaboard für eine Woche in Raja Ampat unterwegs, dessen Abwässer direkt ins Meer geleitet werden. Allerdings war unser Liveaboard auf Schnorchel-Touren spezialisiert und eher im unteren Preissegment zu finden. Unsere Recherche führte uns zu mehr als 40 (!) Schiffen, die Mehrtagestouren in die Gewässer von Raja Ampat anbieten. Angeschrieben haben wir alle, geantwortet haben nur wenige, was wir angesichts des Stillstands des internationalen Tourismus in Indonesien nicht anders erwartet hatten. Insbesondere die Liveabords, die mehrtägige Tauchtouren anbieten (ab 150 Euro pro Person und Tag aufwärts), halten an Bord für ihre Gäste biologisch abbaubare Kosmetika bereit. Tatsächlich scheinen Taucher*innen, die viel Geld dafür ausgeben, die natürlichen Schönheiten unter Wasser aus der Nähe zu sehen, für die Umweltauswirkungen herkömmlicher Kosmetika bereits weitgehend sensibilisiert zu sein. Die meisten Liveaboards bieten Touren nicht nur in Raja Ampat sondern auch im Komodo-Nationalpark von Flores an und können so via Bali, wo auch wir biologisch abbaubare Kosmetika im Laden fanden, für ihren Nachschub sorgen. Für unser Projekt sind Liveaboards kurzfristig somit keine wichtige Zielgruppe. Sollte es uns in Phase 2 gelingen, zumindest für Shampoo/Duschgel eine lokale Produktion zu initiieren, wären viele Anbieter interessiert – aber bis dahin ist es noch ein ganz weiter Weg. In unserer Pilotphase sollten und möchten wir als auf Individualtouristen fokussieren, die zum Baden und Schnorcheln nach Raja Ampat kommen und nicht auf den recht kostenintensiven Liveaboards nächtigen.